Ich nähe und bin keine Oma!

Anleitungen lesen ist ja eher was für Mädchen…

Wir schreiben das Jahr 2014 genau zwei Tage vor Altweiber. Ich hatte mal wieder Großes vor. Altweiber sollte sich mein Jecken-Traum endlich erfüllen – einmal Altweiber in Köln feiern! Natürlich brauch man da ein schönes Kostüm. Der Plan meiner Freundinnen war das Nähen eines Zebra-Kostüms. Super Idee, da bin ich doch dabei.

 

Es gab nur ein kleines nicht nennenswertes Problem: Bisher habe ich noch nie vor einer Nähmaschine gesessen. Getreu dem Motto „Anleitungen lesen ist was für Mädchen“ kam der Stromstecker schon mal in die Steckdose. Das Fußpedal war auch schnell angeschlossen und dann begann die Suche nach dem Faden. Mama klärte mich dann ziemlich schnell auf, dass es zwei Fäden gibt. Einen Ober- und einen Unterfaden. Mama fädelte mir die Fäden ein und ich packte den Stoff aus, den mir meine Freundin mitgebracht hatte. „Hast du auch ein Schnittmuster?“, fragte meine Mama ganz selbstverständlich. Schnittmuster sagte mir jetzt so gar nichts, aber Mama meinte ohne eine Vorlage kann man nicht nähen. Vorlage – das doch was für Mädchen! In meinem Kleiderschrank hängen ja nun mal zwei Stangen voller Vorlagen. Eines der Kleider legte ich also auf den Stoff und malte großzügig drum rum, weil ich schon gelernt hatte das man die Nahtzugabe dazurechnen musste. Die Nahtzugabe ist, beim Zuschneiden von Textilien, die Breite des Abstandes zwischen der eigentlichen Naht und der Schnittkante und diese variiert auch noch je nach Stoff. Ein Hängerchen / Kleid sollte es also werden. Schön ausgeschnitten mit Mamas Stoffschere und einmal außenrum zusammen genäht. Natürlich die Löcher für Kopf und Arme freilassen!

 

Als ich mein Zebra-Gewand dann anzog lag es wie ein Sack am Körper. Eine Taille war nicht zu erkennen. Die Lösung meines Problems einfach um die Hüfte mit und mit enger nähen. Irgendwann passte es dann. Noch zwei Stulpen für über die Schuhe dazu und fertig war mein erstes Kostüm. Damit ich nach den ersten 5 Minuten auf der Tanzfläche nicht ohne Kleidchen da stand, machte ich von Innen noch eine zweite Naht – doppelt hält ja bekanntlich besser.

 

Altweiber war dann wirklich der Hammer! Zumindest einmal im Leben sollte sich jeder Jecke die Stimmung in Köln mal anschauen gehen. Und ein kleiner Tipp für alle Feierwütigen mit selfmade Kostümen: Immer eine Sicherheitsnadel mitnehmen! Kann man immer gebrauchen. Toi Toi Toi mein Kostüm hat gehalten, aber der Eisbär am Nebentisch hatte einen Riss im Kostüm und er war heilfroh das ein fremdes Mädel mitten in Köln mit Sicherheitsnadeln durch die Gegend lief.